Bei ungemütlichem Wetter haben sich nach Polizeiangaben rund 3500 Menschen an der Radsternfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) nach München beteiligt. Die Demonstration mit dem Titel «#MehrPlatzFürsRad!» startete am Sonntag an mehreren Orten, unter anderem in München, Weilheim und Augsburg. Die Radler trafen am Münchner Königsplatz zusammen.

Unter dem Motto «Fünf Jahre Radentscheid München: Wo bleiben unsere Radwege?» forderte der ADFC gemeinsam mit Bündnispartnern eine schnellere Umsetzung des Radentscheids. «Bislang sind nur wenige Meter neuer Radweg in München sichtbar, jetzt muss das Radnetz endlich zügig ausgerollt werden. Paris macht es vor: Dank neuer guter Fahrradwege pendeln dort erstmals mehr Menschen mit dem Fahrrad als mit dem Auto», sagte Andreas Schön, Vorsitzender des ADFC München.

Autobahnen hätten höchste Sicherheits- und Qualitätsstandards: breit, eben, sicher und durchgängig, sagte Schön weiter. «So müssen auch Radwege sein! Über die Autobahnen werden täglich Hunderttausende Pendler mit ihren Autos in die Stadt gepresst. Dieser klimaschädliche Kfz-Verkehr blockiert den Platz für breite und sichere Radwege.» Unter anderem Diskussionen um wegfallende Parkplätze bremsten den schnellen Ausbau des Radwegenetzes aus. Katharina Horn, Sprecherin des Radentscheids München, bezeichnete es als «Armutszeugnis für die Stadt», dass überhaupt nach den Radwegen gefragt werden müsse. «Fünf Jahre nach den beiden erfolgreichsten Bürgerbegehren der Stadtgeschichte sind nur wenige Meter neuer Radweg befahrbar. Die Bagger müssen jetzt endlich rollen.»

Die Münchner Grünen unterstützten die Aktion. Die grün-rote Rathauskoalition habe es zwar geschafft, ein Konzept für die Verkehrswende zu entwerfen, doch es fehle Radinfrastruktur, kritisierte Münchens Grünen-Vorsitzende Svenja Jarchow. Damit mehr Menschen auf das Rad umsteigen würden, sei auch Sicherheit wichtig. «Jeder breitere oder neue Radweg rettet Leben. Klar ist: Die notwendige Verkehrswende gelingt nur mit mehr Platz fürs Rad.»

© dpa-infocom, dpa:240421-99-755725/2



Source link www.zeit.de