München – Endlich hat mal einer “Ja” gesagt zum FC Bayern München. Vincent Kompany gilt als sechste Wahl der Münchner Bosse. Der Belgier ist also nicht die 1B, die 1C, die 1D-, die 1E-, sondern die 1F-Lösung bei der schier unendlichen Trainer-Suche seit dem 21. Februar, als man sich mit dem aktuellen Thomas Tuchel nach drei Niederlagen in Serie darauf geeinigt hatte, dass zum Saisonende vorzeitig Schluss sein wird.

FC Bayern wurde nicht nur belächelt, sondern machte sich lächerlich

Was folgte, waren Pleiten, Pech und Absagen. Die Bayern wurden nicht nur belächelt bei ihrem Vorgehen, sondern machten sich selbst durch Indiskretionen, Eitelkeiten und Vorwürfe lächerlich.

Kein Titel, kein Trainer. Xabi Alonso, Julian Nagelsmann, Ralf Rangnick, Oliver Glasner, dann der eigentlich entlassene Tuchel, den man per Kehrwende und sagenhafter Rolle rückwärts vom Doch-Weiter-Immer-Weiter überzeugen wollte, schließlich Roger Schmidt. Keiner wollte oder durfte seinen Verein verlassen wie Glasner bei Crystal Palace.

Derweil war der angeschlagene Sportvorstand Max Eberl in die Offensive. Die Bewertung seiner Trainerfindungskunst schwankte zwischen: Wird es sein Meisterstück oder Stümperei? Erst sprach der 50-Jährige davon, dass im Leben manchmal eine Türe aufgehe, mit der man nicht gerechnet habe, zuletzt tönte Eberl nach dem 2:4 in Hoffenheim: “Ein Freund von mir sagt immer, das Beste kommt zum Schluss. Wir werden eine sehr gute Lösung finden.”

Leon Goretzka und Joshua Kimmich haben eine schwierige Saison hinter sich.

Machtwechsel im Zentrum: Plant der FC Bayern noch mit Goretzka und Kimmich?



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Mit dem FC Bayern eroberte Thomas Tuchel im Dezember Old Trafford und kegelte Manchester United aus Europa. Ein Bewerbungsschreiben für seinen zukünftigen Arbeitgeber?

Brisanter Verdacht: Hat Tuchel die Bayern-Verhandlungen absichtlich platzen …



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Kompany kommt mit einem großen Vorteil

Nun also Kompany, die sechste Wahl. Doch warum muss dieses Label ein Bremsklotz sein? Der Belgier selbst muss sich nicht schämen oder grämen – im Gegenteil: Der 38-Jährige hat einen großen Vorteil: Im Vergleich zu Nagelsmann oder Alonso (oder gar Hansi Flick, der stets auf dem Radar der Bosse war) hat Kompany keine Vergangenheit bei den Bayern. Kompany kann als frischer, unbelasteter Trainer an die Sache herangehen.

In Belgien und England sagt man über ihn, er habe eine klare Strategie bzw. Philosophie, sei durch sein Alter nah an den Spielern. Diese Wahl kann eine große Chance sein – für den FC Bayern und Kompany selbst. Er kann mehr gewinnen als verlieren. Wenn ihm Vertrauen, speziell von Vereinspatron Uli Hoeneß, entgegengebracht wird, kann die Geschichte aufgehen. Der Tegernsee muss nur gut Wetter machen.





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