BERLIN. Bis 72 Jahre arbeiten und darüber hinaus – für diese Möglichkeit wirbt der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Dürr. „Warum sollte ich jemandem verbieten, mit 70 oder 72 zu arbeiten? Das wäre ja geradezu verrückt“, sagte er im Gespräch mit der Bild-Zeitung. „Es gibt ja viele Menschen, die sagen: Ich habe einen tollen Job oder finde eine neue Aufgabe, zu der ich Lust habe. Warum stelle ich solche Leute aufs Abstellgleis? Das ist geradezu altersdiskriminierend.“

Wer früher aufhört, müsse dagegen mit einer erheblichen Schlechterstellung rechnen. „Wer Lust hat, länger zu arbeiten, für den lohnt sich das“, konkretisierte der FDP-Bundestagsabgeordnete seine Pläne. Statt eines festen Renteneintrittsalters solle es künftig einen fließenden Übergang in den Ruhestand geben. „Wir sollten im Zusammenhang mit dieser Reform auch gleichzeitig eine Flexibilisierung des Renteneintritts beschließen, daß Menschen freiwillig länger arbeiten.“

FDP müsse wieder zweistelliges Wahlergebnis anpeilen

Einen vorzeitigen Bruch der Regierungskoalition schloß Dürr aus. „Ich habe in dieser Koalition noch einiges vor. Denn nach vier Jahren Regierungsbeteiligung will ich sagen: Wir haben das Land zum Besseren entwickelt, mit mehr Chancen für jeden Einzelnen.“ Mit diesem Erfolg im Rücken hoffte der FDP-Politiker auf ein solides Ergebnis bei der nächsten Bundestagswahl. „Das Ziel der Freien Demokraten muß sein, wie bei den letzten zwei Wahlen zweistellig zu sein.“

Es sei bisher immer so gewesen, „daß wir schwierigere Umfragewerte hatten“, äußerte der Liberale mit Blick auf die Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Aber „am Ende haben die Wähler sich schon daran erinnert, wofür die FDP steht“. Wer die liberale Partei dann leiten werde, ist für Dürr auch schon klar: „Christian Lindner ist jemand, der die FDP mehrfach sehr erfolgreich in Wahlkämpfe geführt hat, und einer, der zu seinem Wort steht. Auch wenn es kräftig Gegenwind im politischen Raum gibt. Klar, Christian Lindner ist der Richtige.“ (JF)





Source link jungefreiheit.de